28. Dezember 2016

Mein Reisejahr 2016

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und ich blicke auf eine echt spannende Zeit zurück. Nicht nur, dass ich mittlerweile seit fast eineinhalb Jahren in Stockholm lebe und einiges in Schweden entdecken konnte. Dieses Jahr bin ich endlich wieder mehr gereist während ich die letzten Jahre eher wenig unterwegs war. Zwar war die erste Jahreshälfte ruhig, doch ab dem Sommer war ich dann in insgesamt sieben Ländern unterwegs. Heute gibt es daher einen Überblick über mein Reisejahr 2016 sowie einen kleinen Ausblick auf 2017. Da meine Reiseberichte nur nach und nach auf dem Blog landen werden, folgt mir doch einfach bei Instagram, wenn ihr mich bei meinem Leben in Stockholm und auf meinen Reisen begleiten wollt!


Juli 2016

Schweiz
In der ersten Julihälfte ging es für mich für 4 Tage nach Zürich, um einen guten Freund zu besuchen. Zusammen haben wir einen kleinen Roadtrip durch die Schweiz gemacht. Es ging von Zürich nach Lugano und Morcote nahe der italienischen Grenze und am nächsten Tag über Bern nach Lausanne und Neuchâtel in der französischen Schweiz. Auf dem Rückweg nach Zürich legten wir außerdem noch einen kleinen Abstecher am Rheinfall ein. Definitiv ein Urlaub, der nicht nur hochsommerliche Temperaturen und perfektes Wetter zu bieten hatte, sondern auch viele richtig schöne Städte.

Belgien
Mitte Juli fuhr ich für 3 Tage nach Belgien. Es ging wie immer nach De Panne, um ein wenig Zeit am Meer zu verbringen. Auf dem Weg dorthin legte ich aber einen kleinen Zwischenstopp in der mittelalterlichen Stadt Gent ein. Das Wetter war super und die Stadt hat mir richtig gut gefallen, im Grunde sogar besser als Brügge!  
 
Niederlande
Ende Juli habe ich mich mit zwei Freundinnen ins Auto gesetzt und bin für zwei Tage in die Niederlande gefahren. Unser Hauptziel des ersten Tages war natürlich Amsterdam! Abends fuhren wir dann weiter nach Den Haag, wo wir auch übernachteten. Am nächsten Tag verbrachten wir außerdem einige Stunden am Strand in Monster.


August 2016

Schwedens Westküste
Mitte August ging es für mich zurück nach Schweden, wo ein Roadtrip zusammen mit Freunden entlang der Westküste geplant war. Von Stockholm fuhren wir über Örebro nach Göteborg und von dort aus an der felsigen Küste entlang durch typisch schwedische Dörfer mit roten Holzhäusern. Dabei passierten wir Skärhamn, Rönnäng, Fiskebäckskil, Grundsund, Lysekil, Smögen, Hunnebostrand, Fjällbacka und Strömstad

Dänemark
Ende August nutzte ich die Zeit bevor die Uni wieder anfing, um noch ein wenig Südschweden und Dänemark zu erkunden. Mit dem Zug ging es von Stockholm bis nach Kopenhagen, wo ich zweieinhalb Tage verbrachte. Dabei unternahm ich außerdem noch einen kleinen Ausflug nach Hillerød und Roskilde.

Südschweden
Von Kopenhagen fuhr ich mit dem Zug zurück nach Schweden, wo ich zwei Tage in Malmö verbrachte. Da das Wetter super war, machte ich außerdem einen Ausflug zum Strand in Falsterbo Skanör. Außerdem erkundete ich das nahegelegene Lund. Bevor es zurück nach Stockholm ging, legte ich noch einen Zwischenstopp in Helsingborg ein.

 
November 2016

Finnland
Während ich im Winter normalerweise nicht verreise, entschied ich mich dieses Jahr dafür, mit der Fähre von Stockholm einen Trip zu machen. Zunächst ging es nach Helsinki, wo ich insgesamt etwa eineinhalb Tage verbrachte. Es war zwar kalt, aber dafür lag auch viel Schnee, was wirklich schön war. Am zweiten Tag klarte zudem der Himmel auf und die Sonne ließ den Schnee glitzern, sodass ich für einige Stunden noch zur Insel Suomenlinna fuhr.

Russland
Von Helsinki aus fuhren wir mit der Fähre weiter nach St. Petersburg, wo wir eineinhalb Tage verbrachten, um die typischen Sehenswürdigkeiten abzuklappern und das Schneechaos zu genießen, dass die Stadt in ein Winter Wonderland verwandelte. Eine wirklich schöne Stadt, die sicher auch im Sommer schön ist, aber im Winter ihren ganz besonderen Charme entfaltet.


Reisepläne für 2017
Bereits fest gebucht ist ein Trip nach Lappland in Schweden und Finnland für Ende Februar - einmal ganz viel Schnee, Husky-Touren, Nordlichter und Lagerfeuer. Im Frühling werde ich je nachdem einige Städtetrips nach zum Beispiel Riga, Tallinn, Aarhus, Paris, Vilnius oder Budapest machen. Außerdem möchte ich gerne Nordschweden und Gotland erkunden. Nachdem ich im Juni mein Studium beende, soll es außerdem nochmal quer durch Skandinavien gehen bevor ich zurück nach Deutschland ziehe. Zwischen Juni und August sind Roadtrips durch Nordschweden, Finnland und Norwegen geplant. Auch jeweils ein Wochenende in der Schweiz, in Belgien und in den Niederlanden stehen wieder auf meiner Wunschliste. Mal schauen, was sich umsetzen lässt! Ich hoffe natürlich möglichst viel, solange mir noch die Zeit zum Reisen bleibt.
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22. Dezember 2016

Typisch Schwedisch: 5 Dinge, die den schwedischen Winter ausmachen

Mittlerweile lebe ich schon seit eineinhalb Jahren in Schweden und somit erlebe ich gerade bereits meinen zweiten Winter in Stockholm. Und obwohl ich dieses Jahr deutlich besser klarkomme, ist der Winter für mich noch immer der größte Minuspunkt am Leben im Schweden. Glücklicherweise ist nicht alles schlecht am schwedischen Winter, deshalb möchte ich euch diesmal erzählen, was den Winter in Schweden ausmacht.

Rotes Haus in Schweden im Winter

1) Wie jetzt, es ist erst 16 Uhr? Ich dachte, es wäre Mitternacht.
Kennt ihr das, wenn es im Winter schon um 17 Uhr dunkel wird? Jedes Jahr beklagen sich die Leute, dass es schon so früh dunkel wird - das ist ja so deprimierend und macht müde. Seit ich in Schweden lebe, weiß ich allerdings, dass es deutlich schlimmer geht, denn die Winter hier sind dunkel. Die Sonne steht eigentlich niemals wirklich hoch am Himmel, gegen 15 Uhr herrscht Sonnenuntergangsstimmung und nach 15 Uhr ist es schon wieder dunkel. Meistens meldet sich irgendwann mein Körper zu Wort: "Hunger, Zeit für Abendessen" - "Müde, Schlafenszeit". Wenn ich aus dem Fenster schaue, ist es stockfinster und ich bin fest davon überzeugt, dass es schon längst Mitternacht sein muss. Das Problem: Der Blick auf die Uhr verrät, dass es erst 16 Uhr ist! Na toll. Und das geht von etwa November bis März so...

2) Kann mal einer das Licht anmachen?
Schwedens dunkle Winter bleiben natürlich nicht ohne Folgeerscheinungen: Müdigkeit, Motivationslosigkeit, Trägheit, schlechte Laune. Die Schweden haben daher ihre ganze eigene Taktik entwickelt, um der Dunkelheit den Kampf anzusagen: Künstliches Licht. Wenn es auf die Advents- und Weihnachtszeit zugeht, tauchen sie plötzlich überall auf - Lichterketten an den Balkonen, Weihnachtssterne in den Fenstern und Kerzenpyramiden auf den Fensterbänken. Das Lichtermeer sorgt nicht nur für Weihnachtsstimmung, sondern lässt die dunklen Tage und Nächte etwas heller erscheinen.

Weihnachtsbeleuchtung in Gamla Stan Stockholm

3) Ein gefährliches Winter Wonderland.
Der schwedische Winter unterscheidet sich nicht nur durch die Dunkelheit von Deutschland, sondern auch durch das Wetter. Vor allem in Januar kann es richtig kalt werden (zwischen -10 und 20°C), aber meist gibt es dann auch reichlich Schnee, der die Dunkelheit erträglicher macht und Stockholm in ein Winter Wonderland verzaubert. Vor allem, wenn es sehr kalt ist, wird es allerdings gefährlich draußen herumzulaufen! Denn die Gehwege, vor allem außerhalb des untermittelbaren Zentrums, verwandeln sich rasend schnell in eine Eislaufbahn und der Weg nach Hause wird zur Rutschpartie. Da hilft auch Vorsicht und gutes Schuhwerk nicht mehr. In der einen Sekunde wägt man sich noch in Sicherheit, in der nächsten landet man wie ein Marienkäfer auf dem Rücken. Leider nicht ganz so lustig, wie es zunächst klingen mag ;)

Schwedisches Haus im Schnee

4) Ein Glögg, swei Glögg, rei Glöö...
Wie auch in Deutschland, wo wir in der Adventszeit Lebkuchen und Spekulatius essen, so gibt es auch in Schweden einige Traditionen, die einfach zur Weihnachtszeit dazugehören. In Stockholm eröffnen spätestens im Dezember die Weihnachtsmärkte und ziehen täglich Touristen und Einheimische an. Wenn ein kalter Wind durch die Gassen weht, kann man sich dort eine Tasse Glögg kaufen - die schwedische Version vom Glühwein. Der Geschmack ist ähnlich, allerdings trinken die Schweden ihren Glögg meist aus sehr kleinen Tassen, in die einige Rosinen und Mandeln gestreut werden. Ebenfalls ein typisches Getränk zur Weihnachtszeit: Julmust. Man hasst oder man liebt es und eigentlich weiß keiner so richtig, was es eigentlich ist. Ein schwedischer Freund beschrieb es mal so: Schlechte Cola, die es nur zur Weihnachtszeit gibt. Die Schweden lieben außerdem ihr typisches Weihnachtsgebäck, wie zum Beispiel Pepparkakor (Pfefferkuchen) oder Lussekatter (Luciagebäck), die durch den Zusatz von Safran nicht nur einen speziellen Geschmack, sondern auch ihre gelbe Farbe bekommen.

Stockholm im Winter

5) Sankta Lucia, Sankta Lucia...
Eins darf im schwedischen Winter und der Adventszeit ganz sicher nicht fehlen: Das Luciafest. Das Fest des Lichts wird jedes Jahr am 13. Dezember gefeiert und in den Kirchen der Städte versammeln sich die Schweden, um sich einem Lucickonzert beizuwohnen. Dann singt ein Chor Weihnachtslieder und die Lucia, ein junges Mädchen in einem langem, weißen Kleid trägt einen Lichterkranz im Haar, um die Dunkelheit zu vertreiben. Außerdem versetzt einen das traditionelle Lucia-Lied "Natten går tunga fjät" schonmal in Weihnachtsstimmung.
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23. November 2016

Südfrankreich: Mittelalterliches Flair im Dorf Naves

Einige erinnern sich vielleicht noch, dass ich vor langer Zeit mal vom Dorf Les Vans in Südfrankreich berichtet habe. Zwar ist gerade nicht die Zeit für Sommerurlaub, aber vor allem im Winter mache ich mir gerne "warme Gedanken" und plane meinen nächsten Sommerurlaub. Heute möchte ich euch einladen, mit mir nach Naves zu kommen, einem kleinen Dorf ganz in der Nähe von Les Vans.


Das Dorf Naves liegt direkt am Fuß der Cevennen, etwa zwei Kilometer von Les Vans entfernt. Mit seinen traditionellen Steinhäusern, mittelalterlicher Architektur, alten Olivenbäumen, gepflasterten Gassen und geheimnisvollen Gewölbegängen lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch. Fernab der großen Touristenströme findet man hier noch Ruhe und die südfranzösische Gelassenheit der Einwohner. Dennoch ist Naves ein echtes architektonisches Juwel, dass einen mit schmalen Treppen, einer romanischen Kirche oder den "Jardins en Cascades" zum Erkunden einlädt.

Neben einigen kleinen Geschäften, die handgemachte Produkte wie Schmuck oder Töpferwaren verkaufen, gibt es häufig auch kleine Kunstaustellungen. Des Weiteren gibt es ganz in der Nähe des Dorfes einen alten Friedhof. Generell ist Naves ziemlich überschaubar, aber gerade während des Sommers lockt Naves mit seinem französischen Charme. Während ringsherum die Zikaden zirpen und die Hitze einen träge werden lässt, kann man die Zeit gut im Schatten eines Olivenbaumes verbringen.


Mit dem Auto ist man innerhalb von 15 Minuten in Naves, das Auto muss man allerdings vor den Mauern des Dorfes parken, da es dort keine Straßen gibt. Naturliebhaber können auch von Le Pradal in Les Vans aus nach Naves wandern. Dafür folgt man dem Pfad zwischen den Weinbergen hindurch, den Berg hinauf und auf der anderen Seiten hinunter ins Tal, sodass man direkt neben dem alten Friedhof ankommt.

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30. September 2016

Englisches Rezept: Banoffee Pie

Kennt ihr Banoffe Pie? Dieser leckere Kuchen kommt ursprünglich aus England und ist eine Fusion aus den Wörtern Banana und Toffee - also Bananen und Karamell. Klingt lecker oder? Das tolle an diesem Banoffee Pie ist, dass er nicht nur ganz einfach gemacht, sondern auch ziemlich Idiotensicher ist. Denn diesen Kuchen könnt ihr ganz ohne Backen machen.


Zutaten (für eine Ø 25cm Springform)
- 150g Butterkekse
- 125g Butter
- ½ TL frisch gemahlene Vanille
- 1 Dose gesüßte Kondensmilch (400g), z.B. von Milchmädchen
- 2 reife Bananen
- 400g Sahne
- 50g Toblerone


Zubereitung
Das Etikett von der Dose entfernen. Die Dose seitlich in einen großen Topf legen und mit Wasser auffüllen bis es einige Zentimeter über der Dose steht. Das Wasser zunächst zum Kochen bringen, dann auf mittlere Hitze runterschalten und die Dose 2 1/2 Stunden köcheln lassen. Schaut alle 20-30 Minuten nach der Dose, um sie zu drehen und gegebenenfalls neues Wasser hinzuzufügen (die Dose muss immer bedeckt bleiben). Nach 2 1/2 Stunden den Topf vom Herd nehmen, die Dose mit einer Zange herausnehmen und auf einem Gitter abkühlen lassen.


Die Butter in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze zum Schmelzen bringen. Die Kekse grob zerbröseln und in einen Rührbecher geben. Mit einem Mixer zu feinem Krümmeln verarbeiten. Vanille und die geschmolzene Butter hinzufügen und gut verrühren. Die Keksmasse gleichmäßig auf dem Boden der Springform verteilen und mit einem Löffel gut andrücken. In den Kühlschrank stellen.

Die Sahne in einen Becher geben und steif schlagen. Die Bananen schälen und in Scheiben schneiden. Die Dose vorsichtig öffnen und das Karamell in eine Schüssel umfüllen. Nun zu einer glatten Masse verrühren, um Klumpen zu vermeiden. Die Karamellmasse gleichmäßig auf dem Keksboden verteilen und die Bananenscheiben darauf anrichten. Alles mit Sahne bedecken und gut verteilen. Zum Schluss die Toblerone zerhacken und über den Banoffee Pie streuen.

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29. August 2016

Rezept: Rosen-Limonade

Den Wunsch Rosen-Limonade selberzumachen, schwebte schon lange in meinem Kopf herum, da ich begeisterte "Fentimans" Rosenlimonade-Trinkerin bin. Ich experimentiere immer gerne mit verschiedenen Geschmacksrichtungen herum, aber diesmal habe ich mich dafür entschieden, eine simple Limonade aus Zitrone und Rosen zu machen. Und sie ist trotzdem richtig lecker, also los geht's mit dem Rezept!


Zutaten (für etwa 10 Gläser)
- 3 Zitronen
- 1 Handvoll ungespritzte Rosenblätter
- 2 TL Rosenwasser
- 200ml Wasser
- 150g Zucker
- 2 Liter kaltes Sprudelwasser
- Eiswürfel


Zubereitung
Wasser in einem Topf erhitzen, Zucker hinzufügen und so lange umrühren bis sich der Zucker aufgelöst hat. Den Topf vom Herd nehmen, die Rosenblätter hinzufügen und abgedeckt abkühlen lassen. 

Die Zitronen auspressen und zusammen mit dem Rosenwasser zum abgekühlten Zuckersirup geben. Für eine Stunde in den Kühlschrank stellen und alles gut durchziehen lassen. Den Rosensirup anschließend durch ein Sieb gießen, um die Rosenblätter zu entfernen. 

Den Rosensirup in eine Karaffe umfüllen, langsam mit Sprudelwasser auffüllen und vorsichtig verrühren. Eiswürfel in Gläser geben und mit der Rosen-Limonade übergießen. Mmmmh!

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13. August 2016

Typisch Schwedisch: 5 Dinge, die den schwedischen Sommer ausmachen

Ich lebe nun schon seit fast einem Jahr in Stockholm und immer wieder fallen mir Unterschiede zwischen Deutschland und Schweden auf. In der Vergangenheit habe ich euch schon von einigen typisch schwedischen Dingen berichtet, doch heute geht es speziell darum, was den schwedischen Sommer ausmacht!


1) 15°C - der Sommer ist da!
Ganz ehrlich: In Deutschland werden es im Sommer oft über 30°C und ich wundere mich immer wieder, dass es tatsächlich Menschen gibt, die in ihrer Freizeit bei solchen Temperaturen noch mit einer langen Hose herumlaufen. Aber Schweden hat mich gelehrt, dass es auch anders sein kann! Es ist Mai, die Sonne scheint am wolkenlosen Himmel, aber das Thermometer klettert nur bis auf 15°C. Ganz angenehme Temperatur, aber nicht gerade sommerlich. Doch die Jahreszeiten scheinen in Schweden anders definiert zu werden! Sobald die Sonne zum Vorschein kommt und es so langsam (gaaanz langsam) auf die 20°C zugeht, reißen sie sich die Kleider vom Leib. Auf dem Balkon und im Park liegen Frauen im Bikini und Sonnen sich und die Teenager in der Stadt, laufen alle in Hotpants herum. Was da los ist? Das frage ich mich selbst noch. Ich vermute, dass es daran liegt, dass es in Schweden auch im Sommer meist nicht wärmer als 20-25°C wird und man deshalb jede Chance nutzt, die sich annährend nach Sommer anfühlt...

2) Tote Hose in Stockholm: Mittsommer
Es ist Ende Juni und die Innenstadt von Stockholm ist wie ausgestorben. Falls ihr also die glorreiche Idee hattet für Mittsommer nach Stockholm zu reisen, werdet ihr hier höchstens auf andere Touristen stoßen. Denn die Schweden selbst verbringen das Fest auf dem Land, irgendwo zwischen Wäldern und Seen. Im Großen und Ganzen widmet man dem Tag dem Essen, Trinken, Tanzen und Singen. Das Thema schwarze Kleidung habe ich ja in der Vergangenheit schonmal aufgegriffen, eine Ausnahme stellt da Mittsommer da. Als Frau hüllt ihr euch am besten in weiße oder blumige Kleider und bastelt euch einen Blumenkranz, den ihr im Haar tragt. Dann wird es auch schon Zeit für eine Mahlzeit bestehend aus Kartoffeln mit Schnittlauch, Hering und Sauerrahm. Währenddessen nimmt man Nubbe (schwedischen Schnaps) zu sich und singt Trinklieder. Da irgendwann sowieso alle betrunken sind, ist es auch egal, wenn ihr eigentlich nicht singen könnt. Kein Mittsommerfest ist komplett ohne einen plötzlichen Platzregen, der jedoch meist genauso schnell wieder aufhört, wie er begonnen hat. Danach ist es Zeit die Mittsommerstange/Maistange aufzustellen, eine Stange, die mit Blättern und Blumen geschmückt wurde. Nun tanzen alle wie die Verrückten um diese Stange herum und zeigen ihr Können in typischen Tänzen, in denen die Schweden zum Beispiel einen Frosch imitieren. Ihr versteht nun vielleicht, warum so viel Alkohol involviert ist. Danach geht man erneut zum Essen über bevor man den Abend mit Sonne, tanzen und mehr Alkohol ausklingen lässt!

 
3) Mücken mit Superkräften
Habt ihr eine Abneigung gegen Mücken? Bekanntlich gehen einem die kleinen Quälgeister vor allem während des schwedischen Sommers auf die Nerven. So machte auch ich schnell Bekanntschaft mit den Mücken - und ihren Superkräften. Eines morgens wachte ich mich 34 Mückenstichen auf, die im Laufe des Tages ungefähr auf die fünffache Größe anschwollen und knallrot wurden. Dass sie unglaublich gejuckt haben, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Am nächsten Tag auf der Arbeit erzählte ich meine Kollegen entsetzt, dass ich gegen die schwedischen Mücken wohl allergisch sei. Ich erntete ein Lächeln und die Antwort: "Ach, das ist normal. So reagieren die meisten am Anfang des Sommers auf die Stiche, meistens entwickelt man mit der Zeit dann eine gewisse Immunität." Aha. Nach sieben Tagen, reichlich kühlen und Cortison-Salbe waren die Mückenstiche nur noch knallrot und waren auf eine passable Größe geschrumpft. Letztendlich hat bei mir nur frischer Aloe Vera-Saft aus den Blättern meiner Pflanze geholfen.

4) Die Sonne ist da. Der Regen auch.
Der schwedische Sommer zeichnet sich definitiv nicht durch sein kontinuierlich sonniges Wetter aus. Wenn ihr morgens das Haus verlasst, ist der Himmel blau und die Sonne lacht euch an. Drei Stunden später zieht sich der Himmel innerhalb von zehn Minuten zu und heftige Regenschauer prasseln auf euch nieder. Nicht gerade das, was ich unter perfektem Sommerwetter verstehe. Aber zum Glück verzieht sich der Regen meist genauso schnell, wie er aufgetaucht ist. Seid also besser auf alle Eventualitäten vorbereitet und tragt einen Regenschirm bei euch!


5) Auf in den Schärengarten!
Was im schwedischen Sommer definitiv nicht fehlen darf, ist ein Besuch der Schären. Auf den vielen kleinen Inseln gibt es nicht nur Boote und typische, rote Häuser, sondern auch Wälder und Strände. Selbst im Stockholmer Schärengarten hat jede Insel ihren eigenen Charme und etwas anderes zu bieten. Typisch schwedisch ist es im Sommer mit seinem Boot raus auf eine Insel zu fahren. Viele Schweden besitzen dort sogar ihr eigenes Sommerhaus, wo sie ihre Ferien verbringen. Doch auch, wenn ihr nur einen Tagesausflug macht, werdet ihr schnell die schwedische Weite und Freiheit erleben, wenn ihr mit der Fähre durchs Meer zwischen den kleinen Inseln fahrt.
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22. Juli 2016

Rezept: Aprikosen-Orangenblüten-Limonade

Nachdem der Sommer endlich aufgetaucht ist, habe ich ganz schnell Lust bekommen, endlich mal wieder selber Limonade zu machen. Ich wollte schon seit langem Limonade mit Orangenblütenwasser machen und es waren gerade Aprikosen Zuhause. Die Entscheidung war also schnell gefallen: Aprikosen-Orangenblüten-Limonade. Die Aprikosen sorgen für eine sommerliche Note und das Orangenblütenwasser verleiht der Limonade ein ganz besonderes Aroma. Bei den heißen Temperaturen auf jeden Fall total erfrischend!

Selbstgemachte Aprikosen Limonade mit Orangenblütenwasser

Zutaten (für etwa 10-12 Gläser)
- 500g reife Aprikosen
- 3 kleine Zitronen
- 70ml Honig
- 8 TL Orangenblütenwasser
- 300ml Wasser
- 2 Liter kaltes Sprudelwasser
- Crushed Ice

Selbstgemachte Aprikosen Limonade mit Orangenblütenwasser
Selbstgemachte Aprikosen Limonade mit Orangenblütenwasser

Zubereitung
Die Aprikosen waschen, entkernen und in grobe Stücke schneiden. Die Fruchtstücke in einen Topf geben und das Wasser und den Honig hinzufügen. Nun alles zum Kochen bringen, dann die Hitze etwas reduzieren und unter gelegentlichem Umrühren etwa 15 Minuten lang köcheln lassen bis die Aprikosen weich geworden sind.

Die Früchte leicht abkühlen lassen und mit einem Pürierstab zu einer feinen Masse verarbeiten. Den Fruchtsirup durch ein Sieb gießen, um größere Stücke zu entfernen. Die Zitronen auspressen und den Saft sowie das Orangenblütenwasser zum Fruchtsirup geben und gut verrühren. Danach für 1-2 Stunden in den Kühlschrank stellen bis der Sirup kalt ist.

Schließlich den Sirup in eine Karaffe umfüllen, langsam mit kaltem Sprudelwasser auffüllen und vorsichtig umrühren. Crushed Ice in Gläser füllen und mit der Aprikosen-Limonade übergießen. Cheers!

Selbstgemachte Aprikosen Limonade mit Orangenblütenwasser
Selbstgemachte Aprikosen Limonade mit Orangenblütenwasser
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5. Juli 2016

Die Sache mit dem Leben im Ausland: 10 Monate Stockholm

In dem Moment, wo ich diesen Text verfasse, kann ich es selbst kaum glauben: Es ist bereits 10 Monate her, dass ich meine Koffer gepackt habe und nach Stockholm gezogen bin. Fast ein ganzes Jahr und es ist wie im Fluge vergangen. Die ersten zwei Semester sind vorbei und es gab Höhen und Tiefen. Während des Sommers bin ich jetzt Zuhause in Köln, aber ich möchte trotzdem ein Fazit ziehen, was im letzten Jahr so alles passiert ist und einen kleinen Blick auf meine zukünftigen Pläne werfen.

Stockholm im Sommer

10 Monate in Stockholm: Ein Fazit

In meinem ersten Fazit nach 4 Monaten in Stockholm hatte ich ja berichtet, dass ich einen ziemlich schwierigen Start hatte, aufgrund von schlechter Wohnsituation und zu viel Stress. Seit letztem November wohne ich aber in einer internationalen WG, mit einem Inder, einer Ungarin und einer Französin zusammen und fühle mich dort total wohl. Es gibt keinen Streit, die Stimmung ist ausgeglichen und wir verstehen uns alle gut. Mittlerweile ist mein WG-Zimmer auch Dank vieler kleiner Errungenschaften aus meinem Lieblings-Dekogeschäft Lagerhaus richtig gemütlich geworden und fühlt sich einfach wie mein Rückzugsort und Zuhause an.

Leider fing aber auch das zweite Semester zunächst nicht so gut an. Es war immer noch Winter, demnach kalt und dunkel. Zwar waren der Schnee und die Sonnenuntergänge wirklich schön, aber die Dunkelheit machte mir wirklich zu schaffen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie müde das macht! Es gab Stress mit einer Freundin und dann wurde ich auch noch ziemlich krank. Hinzu kam, dass die erste Hälfte des Semesters ziemlich fordernd war und wir einen Entwurf für unsere Masterarbeit, sowie 4 weitere Essays alle bis Mitte März einreichen mussten - ganz abgesehen von meinem Nebenjob, der auch einige Zeit kostete. In meinem gesundheitlichen Zustand zu dieser Zeit unmöglich.

Stockholm im Sommer

Als es dann auf den April zuging, wurde langsam alles besser. Ich war wieder fit, das Wetter besserte sich auch endlich und zudem machte ich mir ein Praktikum bei Schwedens öffentlichen Fernsehsender SVT klar, wo ich knapp zwei Monate lang in der Dokumentations-Redaktion arbeitete. Der spannendste Job, den ich bisher hatte und vor allem so unglaublich viele nette Menschen auf einem Haufen! Wirklich eine super Erfahrung!

Was denke ich also mittlerweile von Schweden? Ich arbeite noch immer an meinem Schwedisch, denn da harpert es noch ziemlich. Aber ich fühle mich mittlerweile so richtig angekommen und es ist Alltag in meinem schwedischen Leben eingekehrt. Ich habe mir einen Freundeskreis aufgebaut, mache Sport und meditiere seit einigen Monaten auch wieder. Ich kann mich wirklich nicht beklagen, mir geht es so gut, wie schon lange nicht mehr und ich bin rundum zufrieden mit meinem Leben in Stockholm.

Källtorpssjön Stockholm

Als das Wetter besser wurde, konnte ich endlich Nutzen von meinem Balkon machen und habe viele Stunden in der Sonne verbracht und gelesen oder habe mit Freunden die Umgebung von Stockholm erkundet. Letztendlich kann ich nur sagen, dass der Sommer (oder den Teil, den ich davon mitbekommen habe) in Stockholm absolut großartig ist! Dafür ist der Winter umso beschissener, kein Witz. Aber zur Zeit liebe ich Stockholm einfach nur und wäre am liebsten gar nicht zurück nach Hause geflogen.
 
Am Anfang habe ich in Köln ein paar Tage lang erstmal einen richtigen Kulturschock gehabt und wäre am liebsten sofort zurück nach Schweden! Aber nach ein paar Tagen war es dann so, als wäre ich gar nicht weg gewesen und gerade genieße ich es, einfach nichts tun zu müssen außer lesen, Artikel schreiben, kochen, Freunde treffen, Filme schauen - alles Dinge, die Spaß machen eben. Während der Ferien geht es für mich außerdem noch in die Schweiz, nach Belgien und in die Niederlande. Und es steht ein Roadtrip durch Schweden an.

Golden Hour Stockholm

Dennoch merke ich mittlerweile, dass ein Auslandssemester noch einmal etwas ganz anderes ist, als zwei Jahre lang in einem anderen Land zu leben. Oder vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich schon in so vielen verschiedenen Ländern gelebt habe. Aber manchmal fühle ich mich ein bisschen "entwurzelt". Jedes Mal wenn ich nach Deutschland komme, hat sich etwas verändert, ohne dass ich es bemerkt habe. Briefmarken kosten mittlerweile schon 70 Cent (Was zur Hölle?!), habe ich gelernt, als ich bei der Post war - "Schon seit einem halben Jahr." Oh, oops... Und nein, der dm hat samstags auch nicht bis 20 Uhr auf, wie ich dachte, sondern nur bis 18 Uhr. Auf meine Nachfrage, wann die Öffnungszeiten geändert wurden, sagt man mir "Wir haben nur zur Weihnachtszeit bis 20 Uhr auf." Oohh...

Wie geht es also weiter? Erstmal genieße ich noch etwas deutsche Luft, aber ich freue mich schon darauf, wenn es im August für mich zurück nach Hause geht! Dann wird endlich Schweden erkundet bevor im September die Uni wieder anfängt. Und mal schauen, was ich in einem halben Jahr zu berichten habe ;)

Sonnenuntergang am Järlasjön Stockholm
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